19.12.2025 | PDF
Dr. Beck – Presseabteilung
Erlangen, 19. Dezember 2025. Im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses ist es gelungen, für fünf von sieben Praxisstandorte der MZE – Stirkat & Kollegen GmbH neue Träger zu gewinnen. Die Lösungen tragen wesentlich zur Stabilität der regionalen Versorgungsstruktur bei.
Über das Vermögen der MZE – Stirkat und Kollegen GmbH, welche ein ambulantes medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit sieben Standorten in und um Erlangen mit dem Schwerpunkt in der allgemeinmedizinischen Versorgung sowie einer neurologisch-psychiatrischen Fachpraxis betrieb und zuletzt 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigte, wurde mit Beschluss des Insolvenzgerichts Fürth am 01.09.2025 das Insolvenzverfahren eröffnet und Herr Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl zum Insolvenzverwalter bestellt.
Trotz einer anhaltend hohen Patientennachfrage sah sich das Unternehmen – wie zahlreiche ambulante Leistungserbringer bundesweit – zunehmend mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Seit Jahren stagnierende Vergütungsstrukturen in der ambulanten Versorgung standen steigende Personal-, Energie- und Sachkosten gegenüber. Zugleich begrenzen strenge gesetzliche Abrechnungsregelungen die Möglichkeit, den tatsächlichen Behandlungsaufwand angemessen abzubilden.
Unmittelbar nach Einleitung des Verfahrens wurden ein strukturierter Investorenprozess eingeleitet. Dieser gestaltete sich aufgrund der komplexen berufs- und sozialrechtlichen Vorgaben im Gesundheitswesen als besonders anspruchsvoll. Im Verlauf des Investorenprozesses zeigte sich, dass ein einheitlicher Verkauf aller Standorte wirtschaftlich und strukturell nicht darstellbar war. Vor diesem Hintergrund wurde der Prozess konsequent auf standortbezogene Lösungen ausgerichtet – ein Ansatz, der den jeweiligen lokalen Gegebenheiten, den bestehenden Teams sowie den Marktbedingungen Rechnung trug.
Im Ergebnis des differenzierten und komplexen Prozesses konnte für fünf der sieben Standorte Übernehmer gewonnen werden. Dadurch wurden tragfähige Zukunftsperspektiven für diese Praxen geschaffen und ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung in der Region geleistet. „Angesicht der derzeit angespannten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen freuen wir uns sehr über das erreichte Ergebnis und den erfolgreichen Abschluss des Investorenprozess“, erklärt Dr. Hubert Ampferl. Besonders positiv hervorzuheben ist zudem, dass es sich bei den Investoren um Ärztinnen und Ärzte handelt, die sich selbst niederlassen und die Praxen eigenverantwortlich führen.
Für die Standorte Wintersdorf und Eltersdorf konnte trotz intensiver Gespräche kein Übernehmer gefunden werden. Aufgrund regulatorischer Vorgaben ist zudem eine Fortführung dieser Standorte über den 31.12.2025 hinaus nicht möglich, da ab dem 01.01.2026 weder die Behandlung noch die Abrechnung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten rechtlich zulässig ist. Unter diesen Voraussetzungen schreibt die Insolvenzordnung die Einstellung der Praxisbetriebe an diesen Standorten zwingend vor.
Für beide Standorte wird die ordnungsgemäße Herausgabe der Patientenakten organisiert, um einen reibungslosen Übergang der weiteren medizinischen Versorgung zu gewährleisten.
Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl
Eichendorffstraße 1, 90491 Nürnberg
Tel.: 0911/9511285-0 | Fax: 0911/9511285-10 | E-Mail: advo@ra-dr-beck.de
Dr. Hubert Ampferl, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht und Diplom-Betriebswirt (FH) ist Partner der Kanzlei Dr. Beck & Partner GbR. Er ist in ganz Bayern als Insolvenzverwalter tätig und hat sich in dieser Funktion auf die Restrukturierung und Sanierung von Unternehmen spezialisiert.